02.07.2013

Verbesserung der personellen Ausstattung in der Pflege

Freie Wohlfahrtspflege Bayern appelliert an bayerische Bezirke

  München, 2. Juli 2013. Große Erwartungen verbinden die in der Freien Wohlfahrtspflege Bayern zusammengeschlossenen Wohlfahrtsverbände mit den Ergebnissen der Landespflegesatzkommission vom 12. Juni 2013. In der Landespflegesatzkommission wurde beschlossen, eine Arbeitsgruppe aus Leistungserbringern und Kostenträgern einzusetzen, die sich mit der Verbesserung der personellen Ausstattung in der Pflege befassen und ein Ergebnis zur nächsten Gremiensitzung am 11. Oktober 2013 abliefern soll.



Im Vorfeld der Sitzung der Landespflegesatzkommission hatte sich nicht zuletzt Sozialministerin Christine Haderthauer erkennbar auf die Seite der Verbände gestellt und neben der Refinanzierung von Tariflöhnen ausdrücklich die verbandlichen Forderungen nach einer Verbesserung der personellen Ausstattung in der Pflege unterstützt. 

 

Für die Wohlfahrtsverbände ist es klar und alternativlos: Die stark veränderten Arbeitsbedingungen in der stationären Altenpflege, z.B. der starke Anstieg von demenzkranken, immer älteren und meist mehrfach behinderten Pflegebedürftigen, machen eine bessere Personalausstattung in der Pflege zwingend notwendig. „Mit der jetzigen Personalausstattung ist eine menschenwürdige Pflege nicht mehr möglich", sagt Diakonievorstand Dr. Tobias Mähner heute in München. Die Diakonie hat momentan den Vorsitz in der Freien Wohlfahrtspflege Bayern inne. 

 

Niemand könne es sich mehr leisten, auf Zeit zu spielen und die notwendigen Verbesserungen in der Pflege aus Kostengründen aufzuschieben, so Mähner. „Die Folge wird eine verstärkte Abwanderung von Fachpersonal aus der Altenpflege, sowie eine Zunahme von physischen und psychischen Erkrankungen des überforderten Pflegepersonals sein.“ 

 

Die Freie Wohlfahrtspflege Bayern appelliert insbesondere an die Bezirke als überörtliche Sozialhilfeträger und deren Präsidenten, dafür Sorge zu tragen, dass die Verbesserung der personellen Ausstattung der Pflegeinrichtungen, samt der Refinanzierung der tariflich festgelegten Löhne und Gehälter, zukünftig gewährleistet wird. Die Verbände werden im Interesse ihrer Patienten und Mitarbeiter die Zeit des Wahlkampfes auch auf Bezirksebene dazu nutzen, um die Bevölkerung über bestehende Missstände im Hinblick auf die Personalausstattung in der Pflege aufzuklären. Die Zeit von schönen Worten und wohlfeilen Zusicherungen sei vorbei, jetzt müssten Taten folgen.