Die Aufgaben der Freien Wohlfahrtspflege Bayern

Die Freie Wohlfahrtspflege Bayern1 unterstützt über die Geschätsstelle ihre Mitglieder durch Koordination und Absprachen bei der Realisierung ihrer Aufgaben und Ziele. Diese Abstimmung geschieht durch den Vorstand, im Geschäftsführenden Ausschuss und in Fach- und Teilbereichen.

 

¹ früher: Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Bayern (LAGFW)

 

Aufgaben der Wohlfahrtsverbände

Die Wohlfahrtsverbände sind Einrichtungsträger und Anbieter von sozialen Dienstleistungen in den Handlungsfeldern Gesundheitshilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Familienhilfe, Altenhilfe, Behindertenhilfe, Frauenpolitik, Hilfe für Personen in besonderen sozialen Situationen sowie im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung.

 

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege sind durch ihr Selbstverständnis dem Gemeinwohl verpflichtet. Sie sind deshalb, anders als gewerbliche Träger, an den Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit und Solidarität und am Gemeinsinn orientiert. Dadurch ergeben sich ihre Leitwerte und die Festlegung ihrer Aufgaben. In Deutschland haben die Verbände gegenüber den öffentlichen Trägern aufgrund des Subsidiaritätsprinzips einen gesetzlich verankerten Vorrang bei der Übernahme sozialer Dienste.

 

Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege erfüllen also im Rahmen ihres eigenständigen Auftrages Aufgaben, die aus dem Sozialstaatsgebot erwachsen. Die Sozialstaatlichkeit hat Verfassungsrang. In der deutschen Sozialpolitik gründet sich die enge Zusammenarbeit zwischen Staat und Wohlfahrtsverbänden auf eine fast hundertjährige Tradition.

 

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege sehen unabhängig von ihrer religiösen, weltanschaulichen oder politischen Tendenz ihre Aufgaben in zweifacher Weise als Anbieter sozialer Dienstleistungen und als Lobby für sozial Schwache.

 

In Bayern unterhalten die Wohlfahrtsverbände und ihre angeschlossenen Organisationen rund 14.500 Facheinrichtungen und Projekte im sozialen Bereich. Sie beschäftigen rund 230.000 hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

Etwa 400.000 Menschen leisten einen ehrenamtlichen sozialen Dienst in einer Einrichtung eines Verbandes oder in einer Pfarrgemeinde.

 

Förderung bürgerschaftlichen Engagements

Ein weiterer Schwerpunkt der Aufgaben der Spitzenverbände ist die Schaffung und Aufrechterhaltung von Rahmenbedingungen für soziales Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Die Arbeit der Wohlfahrtsverbände ist ohne die ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht denkbar.

 

  

Lobby für sozial Schwache

Neben dem Angebot von sozialen Dienstleistungen ist es die zentrale Aufgabe der Verbände, Anwalt und Beistand zu sein für die Bürgerinnen und Bürger, für Hilfsbedürftige und Benachteiligte, für Kranke, Behinderte, Seniorinnen und Senioren, für Kinder und Jugendliche, für sozial Schwächere und für Menschen, die durch ihr Schicksal auf die Schattenseite des Lebens gestellt wurden.

 

Sozialpolitische Kompetenz

In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Kommunen, Staat und freien Vereinigungen ist die Freie Wohlfahrtspflege Bayern einbezogen in die Lösung sozialer Probleme und beteiligt an der Planung von Sozialpolitik. In diesem Rahmen regt sie neue Gesetze an, berät bei Gesetztesinitiativen, nimmt Stellung zu Fragen der Öffentlichen und Freien Wohlfahrtspflege. Sie ist somit Mittler zwischen Bürgern und Staat und ein wichtiger Partner zur Wahrung des Sozialen Friedens in Deutschland.